Über den Marulabaum

Marulabaum Marula-Nuesse Marula-Nuesse Der Marulabaum (Sclerocarya birrea), auch Elefantenbaum, gehört zur Familie der Anacardiaceae und wird nicht zu Unrecht mit dem Titel der "König der Bäume Afrikas" belegt.
Dies liegt vor allem an den mannigfaltigen Nutzungsmöglichkeiten der einzelnen Teile des Baumes, auf die ich im Folgenden eingehen möchte.

Es gibt ca. 2 Millionen Marulabäume in Swaziland, von denen aber nur die weiblichen Bäume die Früchte tragen. Der Baum kann eine Höhe von 18 m erreichen; solch ein Exemplar dürfte einen Ertrag von mehr als einer Tonne an Früchten erbringen. Der Schnitt liegt aber eher bei 500 bis 600 kg.

Im Februar beginnt der Baum seine grünen, etwa pflaumengroflen Früchte fallen zu lassen. Darauf stürzen sich als erstes die Kinder und die Tiere, da diese schmackhafte Frucht erstaunlicherweise viermal mehr Vitamin C besitzt als eine Orange! Aus den verbliebenen Früchten wird dann ein lokales und sehr erfrischend schmeckendes Bier namens Buganu hergestellt, welches geschmacklich am ehesten an einen Obstwein erinnert.

Im März und April finden dann auch die traditionellen "Buganu Test Zeremonien" statt, zu denen die Menschen aus allen Winkeln des Landes kommen, um stolz "ihr" Bier zu präsentieren. Gleichzeitig werden dem "Gebräu" starke aphrodisierende Kräfte zugesprochen. Nicht umsonst ist der Baum unter den Zulus auch als Hochzeitsbaum bekannt.
Sollten danach noch Früchte übrig sein, wird aus dem verbliebenen Fruchtfleisch eine köstliche Marmelade hergestellt. Nun nähern wir uns aber allmählich unserem eigentlichen Thema - der Nuss - oder genauer: der darin verborgenen Kerne.

Nachdem die vom Fruchtfleisch getrennten Nüsse eine Zeit lang getrocknet wurden, sind sie bereit dafür aufgebrochen zu werden. Im Innern befinden sich zwei bis drei dieser nahrhaften und delikaten Kerne, die pur gegessen oder zu einer Gewürzsoße verarbeitet werden können.
Diese mag durchaus eine gewisse Berechtigung haben, aber wir sind natürlich der Meinung, dafl der einzige Zweck dieser Kerne darin besteht, wunderbares, kalt gepresstes Marulaöl zu werden. Auf die aussergewöhnlichen Eigenschaften des Öls gehen wir in einem separaten Artikel ein.
Damit ist dem Nutzen des Baumes aber immer noch kein Ende gesetzt...
denn

  • Das Harz des Baumes wird dazu verwendet, einen rot-braunen Farbstoff und Tinte herzustellen.
  • Das Holz des Baumes wird dazu verwendet, Kanus, Möbel, Kunsthandwerk, Mörser für die Zerkleinerung von Mais, Essgeschirr und Trommeln herzustellen.
  • Die Baumrinde wird bei unterschiedlichsten Krankheiten wie zum Beispiel bei Störungen des Verdauungssystems, Leberproblemen, Fieber, Rheumatismus oder auch gegen Zahnschmerzen angewendet.
  • Den Blättern des Baumes werden ebenfalls medizinische Eigenschaften zugesprochen. Erwähnt seien hier Wundverbände und Verbände bei Brandverletzungen, gegen Insektenstiche und Furunkel.
  • Die Haut der Frucht wird als Düngemittel auf Perlhirsefeldern verwendet.
  • Die Wurzeln des Baumes werden gegen Schlangenbisse, Bilharziose, entzündete Augen und Herzschmerzen eingesetzt.

Eingedenk dieser - mit Sicherheit nicht annährend vollständigen - Auflistung ist es nicht verwunderlich, daß sich der Marulabaum zu Recht "König der Bäume Afrikas" nennen darf.

Dem Öl und den anderen Produkten der Swazi Secrets Hautpflegeserie widmen wir ein eigenes Kapitel.